Eltern » Berufliche Orientierung
Den passenden Weg für Ihr Kind finden
Der Schulabschluss ist ein wichtiger Meilenstein. Danach eröffnen sich verschiedene Möglichkeiten – von der Ausbildung über das Studium bis hin zu Freiwilligendiensten oder dem direkten Einstieg ins Berufsleben.
Es ist wichtig, sich frühzeitig zu informieren und gemeinsam mit Ihrem Kind den individuelle passenden Weg zu planen.
Kein Abschluss ohne Anschluss - KAoA
Ab der 8. Klasse gibt es an allen Schulen in NRW eine verpflichtende Berufs- und Studienorientierung. Die Initiative „Kein Abschluss ohne Anschluss“ (KAoA) begleitet Ihr Kind auf seinem Weg Schritt für Schritt.
Ziel ist es, die Stärken und Interessen Ihres Kindes frühzeitig zu erkennen und praxisnah verschiedene Berufe kennenzulernen.
Verantwortlich für die Umsetzung der Initiative im Kreis Paderborn ist die 🡥Kommunale Koordinierung im Bildungs- und Integrationszentrum.
Orientierung schaffen
Interessen und Stärken mit Bezug zur Arbeitswelt erkunden
Praxis erleben
Praktische Einblicke in Betriebe und die Arbeitswelt gewinnen
Anschluss finden
Duale Berufsausbildung
Ihr Kind arbeitet an mehreren Tagen pro Woche praktisch in einem Unternehmen und besucht an den anderen Tagen die Berufsschule. In über 300 anerkannten Ausbildungsberufen lernt man genau das, was später gebraucht wird. Die Ausbildungsvergütung bietet finanzielle Unabhängigkeit und oft übernehmen Betriebe nach dem Abschluss direkt.
Studium
Ein Studium an einer Universität oder Fachhochschule eröffnet viele berufliche Möglichkeiten. Neben klassischen Studienformen gibt es auch duale Studiengänge mit starkem Praxisbezug. Voraussetzung ist meist das (Fach-)Abitur und eine hohe Eigenverantwortung.
Berufskolleg
Das Berufskolleg verbindet theoretisches Lernen mit beruflicher Orientierung. Schülerinnen und Schüler können dort Abschlüsse nachholen oder sich gezielt auf eine Ausbildung oder ein Studium vorbereiten. Besonders geeignet für Jugendliche, die mehr Zeit zur Orientierung oder einen höheren Schulabschluss anstreben.
Berufseinstieg mit Förderbedarf
Für Schülerinnen und Schüler mit Lernschwierigkeiten, Behinderungen oder sozialem Unterstützungsbedarf gibt es gezielte Übergangsangebote. Dazu gehören z. B. Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen, Werkstätten, Unterstützte Beschäftigung oder Inklusionsbetriebe. Ziel ist ein gelingender Einstieg ins Berufsleben mit passenden Rahmenbedingungen.
Gap Year
Ob Freiwilligendienst, Au-pair, Work & Travel oder Praktika: Ein Gap Year hilft Jugendlichen, ihre Interessen besser kennenzulernen und Lebenserfahrung zu sammeln. Die gewonnene Reife kann auch bei späteren Bewerbungen ein echter Vorteil sein. Wichtig ist eine gute Planung, damit die Zeit sinnvoll genutzt wird.
Schulabschluss nachholen
Wenn Ihr Kind die Schule ohne Abschluss verlassen hat, gibt es viele Möglichkeiten, diesen später nachzuholen, z. B. an Abendschulen, über Berufskollegs oder in speziellen Maßnahmen der Jugendberufshilfe. Oft ist der zweite Anlauf erfolgreicher, weil die Motivation gereift ist.
Alle Veranstaltungen zur Berufsorientierung in Paderborn auf einen Blick.
Berufliche Bildung - Wege und Chancen
Es gibt nach dem Schulabschluss zahlreiche Möglichkeiten und Wege in das Berufsleben.
Bildungswege über eine duale Ausbildung
Bei einer Dualen Ausbildung hat jeder sofort einen bestimmten Werdegang im Kopf. Allerdings haben sich die Möglichkeiten der Dualen Ausbildung sehr gewandelt. Früher war mit dieser Entscheidung der weitere berufliche Weg bereits vorgezeichnet. Heutzutage bietet sie vielfältige Entwicklungs- und Karrierechancen. Außerdem kann mit einer Ausbildung auch ein höherer Schulabschluss erreicht werden. Auch ohne Abitur bzw. Fachhochschulreife kann Ihr Kind nach der Ausbildung noch studieren, entweder mit dreijähriger Berufserfahrung oder einer Aufstiegsfortbildung (z. B. Meister oder Betriebswirt).
Weiterbildung - Höhere Berufsbildung
Die Höhere Berufsbildung, auch unter dem Begriff Aufstiegsfortbildung bekannt, umfasst berufliche Bildungsabschlüsse, die auf einer dualen Ausbildung
aufbauen. Mit den Abschlussbezeichnungen „Geprüfter Berufsspezialist“, „Bachelor Professional“ und „Master Professional“ für die Fortbildungsabschlüsse wird die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung zum Ausdruck gebracht und die besondere Praxisnähe sowie die besonderen Fähigkeiten von Industriemeistern, Fachwirten oder Bilanzbuchhaltern verdeutlicht.
Geprüfter Berufsspezialist (Abschluss z.B. als Servicetechniker, Wohnraumberater)
Bachelor Professional (Abschluss z.B. als Fachwirt, Fachkaufmann, Fach- oder Industriemeister)
Master Professional (Abschluss z.B. als Betriebswirt oder Technischer Betriebswirt)
Angebote nach dem Schulbesuch für Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf
In dieser Präsentation der Agentur für Arbeit finden Sie Anschlussperspektiven für Schülerinnen und Schüler mit Unterstützungsbedarf.
Weitere Möglichkeiten
In dieser Präsentation werden die verschiedenen Möglichkeiten am Berufskolleg im Kreis Paderborn vorgestellt.
DIE BRÜCKE für die Ausbildung
Die betriebliche Einstiegsqualifizierung mit Zertifikat ist eine hervorragende Brücke in eine betriebliche Ausbildung. Mehr als 60 Prozent der EQ-Absolventen erhalten im Anschluss einen Ausbildungsplatz. Durch den demografischen Wandel und den Trend zum Studium wird es für die Ausbildungsunternehmen immer schwieriger, Ausbildungsplätze zu besetzen.
Besonders attraktiv für die Jugendlichen und die Unternehmen: Bei einer an die EQ anschließenden Berufsausbildung kann die Ausbildungszeit verkürzt werden. Jugendliche erhalten mit der Einstiegsqualifizierung die Möglichkeit, in einem Zeitraum von sechs bis zwölf Monaten, Teile eines Ausbildungsberufes, einen Betrieb und das Berufsleben kennen zu lernen. Die Einstiegsqualifizierung dient als Türöffner für Ausbildung oder Beschäftigung. Durch eine EQ erhalten nicht ausbildungsreife Jugendliche eine Chance.
Informationen zur Einstiegsqualifizierung gibt es bei der Agentur für Arbeit, bei der Industrie-und Handelskammer Ostwestfalen und bei der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe.
Duales Studium, Studium an einer Universität oder Fachhochschule, Fernstudium oder internationales Studium, es gibt viele unterschiedliche Studienformen. Erklärungen finden Sie auf der Seite der Agentur für Arbeit.
Das Duale Studium bietet eine Kombination aus Hochschulstudium und integrierten Praxisphasen in Partnerunternehmen. Je nach Studienmodell kann neben dem Bachelor auch eine staatliche Berufsausbildung erlangt werden. Für ein duales Studium gibt es vier Hochschultypen, abhängig vom Studiengang: Universitäten, (Fach-)Hochschulen, Duale Hochschulen und Berufsakademien. Genauere Informationen gibt es hier:
Informationen zu Möglichkeiten bei der Bundeswehr finden Sie unter Bundeswehrkarriere.
Work and travel (selbst organisiert oder mit einer Organisation)
Eine Alternative zum klassischen Auslandsaufenthalt, bei dem sich Studierende sowie Schülerinnen und Schüler die nötigen finanziellen Mittel durch das Verrichten von kurzen oder auch längeren Gelegenheitsjobs vor Ort („Jobhopping“) verdienen, um ein Land, seine Kultur sowie die Sprache
kennen zu lernen. Für einige Länder wird für die Zeit der Reise ein spezielles Visum ausgestellt, mit dem man bis zu zwölf Monate arbeiten
und reisen kann. Kürzere Aufenthalte sind in vielen Ländern auch ohne extra Visum möglich.
Au Pair nennt man junge Erwachsene oder in manchen Staaten auch Jugendliche, die gegen Verpflegung, Unterkunft und Taschengeld bei einer Gastfamilie im In- oder Ausland tätig sind, um im Gegenzug Sprache und Kultur des Gastlandes bzw. der Gastregion kennen zu lernen.
Freiwilligendienste (BFD) sind ehrenamtliche Tätigkeiten zum Wohle der Gesellschaft in sozialen (FSJ), ökologischen (FÖJ) oder kulturellen Einrichtungen, z.B. in Einrichtungen für Kinder und Jugendliche, für Menschen mit Behinderung, für kranke und ältere Menschen, für Suchtkranke und Drogenabhängige, sowie in Umwelt- und Tierschutzeinrichtungen. Mit dem internationalen Jugendfreiwilligendienst (IJFD) kann sich Ihr Kind in sozialen Projekten im Ausland engagieren oder via Volunteering die Welt kennenlernen. Die Dauer wird im Vorfeld festgelegt und beträgt in der Regel 12 Monate, nach Absprache sind aber auch einige Wochen möglich.
Als Summer School werden Bildungsveranstaltungen zu unterschiedlichen Themen und für unterschiedliche Zielgruppen bezeichnet. Sie dienen der beruflichen und privaten Fort- und Weiterbildung, ohne einen qualifizierten Abschluss anzubieten.
Farmstays sind in vielen Ländern weltweit möglich. Man kann einen Farmstay entweder selbst organisieren oder bei einem Veranstalter buchen.
Wwoof (WorldWide Opportunities on Organic Farms) ist Teil einer weltweiten Bewegung, die ökologische Höfe mit Besuchern verbindet. WWOOF ermöglicht Erfahrungen des kulturellen Austauschs und der Weiterbildung, die auf Vertrauen und geldlosem Austausch basieren, mit dem Ziel eine nachhaltige globale Gemeinschaft aufzubauen.